Tanti Auguri! Marcello Botti wurde 50. Ein Geburtstag in seiner Lieblingsweinregion: Dem Piemont. Da die Langhe nicht gerade um die Ecke liegt, feierte Botti gleich mal fünf Tage lang und reiste mit seiner Truppe kreuz und quer durchs Piemont. Weinproduzenten Besuche, tolles Essen, Trüffelmarkt in Alba und Wellness im Hotel. Normalerweise füllen Piemontbesucher ihren Kofferraum bei der Heimfahrt kräftig. Nicht so Marcello. Er transportierte Dutzende Flaschen (v.a. Magnums) aus seinem Keller nach Monforte und in die entsprechenden Restaurants. In weiser Voraussicht, dass nicht alle Gäste fünf Tage Nebbiolo und Barbera überstehen, entschied er sich für eine internationale Weinauswahl (ein weiterer Bericht dazu folgt später an dieser Stelle). Auf dem Bild: Das Geburtstagskind mit seiner bezaubernden Gattin Gabriela.
Der letzte Abend allerdings galt ganz den Piemontesischen Weinraritäten aus über 50 Jahren. Passend dazu ein traditionelles Trüffel Menu im Restaurant Ca d’Linet in Coazzolo. Chef und Tartuffo Experte Maurizio fand in der Nacht zuvor einen über 200 Gramm schweren weissen Trüffel, den er uns über Carpaccio, Spiegelei und Tagliolini hobelte. Maurizio hatte sichtlich Spass an uns, und weckte um Mitternacht sogar noch seine zwei Trüffelhunde für einen Gratis Schnupperkurs in Sachen Knollensuche. Die beiden Supernasen schienen aber dermassen aus dem Häuschen ob so viel Trüffelaromen um sie herum. Kein Wunder – bediente sich doch fast jeder Gast zum Abschied noch aus Maurizios privatem Trüffel Take-Away.
Ein lecker traditionelles 10 Gang Menu, 200 gr weissen Trüffel, Weinraritäten aus einem halben Jahrhundert und eine brasilianische Küchenchefin! Piemont Herz, was willst Du mehr…? Grazie Marcello!
| 1958 | Giacomo Borgogno & Figli Barolo Riserva | 10/20 | vorbei |
| 1943 | Giacomo Borgogno & Figli Barolo Riserva | 11/20 | vorbei |
| 1964 | Poderi Oddero Barolo | 10/20 | vorbei |
| 1964 | Gaja Barbaresco | 12/20 | vorbei |
Leider keine Überlebenden im ersten Flight… Schon die trübe, rostige Farbe beim Einschenken liess auf nichts Gutes mehr hoffen. Einzig der 1964 Gaja Barbaresco bestätigte das „piemontesische Säure Klische“. Sogar in einem toten Wein schwebte da noch ein Säure Gespenst im Glas herum. Zu dieser Serie fällt mir leider nichts anderes ein, als dass kürzlich in Barbaresco ein alter Sarg gefunden wurde…
| 1982 | Gaja Barbaresco | 17/20 | vorbei |
| 1971 | Prunotto Rabaja Barbaresco | 20/20 | austrinken |
| 1985 | Giuseppe Mascarello e Figlio Monprivato Barolo | -/- | austrinken |
| 1947 | Giacomo Borgogno & Figli Barolo Riserva | 18/20 | austrinken |


Grossartig auch der 1947 Giacomo Borgogno & Figli Barolo Riserva, mit mineralischer Note, Torf, Leder. Fein abgerundet, immer noch lebendig und mit toller Länge ausgestattet. Ohne Bewertung, da es sich eindeutig um eine schlechte Flasche handelte, blieb der oxydierte, muffige 1985 Giuseppe Mascarello e Figlio Monprivato Barolo.
| 1988 | Elio Altare Arborina Barolo | 18.5/20 | austrinken |
| 1989 | Roberto Voerzio Cerequio Barolo | 17/20 | austrinken |
| 1990 | Domenico Clerico Ciabot Mentin Ginestra Barolo | 13/20 | vorbei |
| 1989 | Produttori del Barbaresco Asili Barbaresco Riserva | 16/20 | vorbei |

| 1990 | Gaja Sperss Barolo | 17/20 | austrinken |
| 1990 | Roberto Voerzio La Serra Barolo | 18/20 | austrinken |
| 1989 | Aldo Conterno Granbussia, Barolo Riserva | 16/20? | vorbei |
| 1989 | Gaja Barbaresco | 18.5/20 | austrinken |
Gut, aber für den Jahrgang leicht enttäuschend erlebte ich 1990 Gaja Sperss Barolo. Im Bouquet Rauch, Teer, Wildfleisch. Wenig Frucht, etwas muffig. Zeigt schöne Reife und Grösse im Gaumen. Schwierige Flasche. Nachdegustieren? Wer hat? Spontan gefiel da 
In Kürze online: Tanti Auguri Marcello Teil 2 und 12 Spitzenbaroli vom Prachtsjahrgang 2010.
Bordeaux 2000 gehört zu meinen Lieblingsjahrgängen. Er gehört zu den seltenen Jahrgängen, welcher das ganze Bordelais reichlich beschenkt hat. Ob Links oder Rechts, Cabernet oder Merlot. Einfach Top! Beste Wetterbedingungen und perfektes Traubengut. Qualitativ sowie quantitativ aussergewöhnlich. Zusammen mit dem Milleniums Hype natürlich auch ein Grund um kräftig aufs Preispedal zu treten. Ich habe trotzdem einiges gekauft und nach den schwierigen 2001ern und 2002er nochmals nachgekauft. Die meisten Kisten sind allerdings noch verschlossen und in sicherer Reichweite vor mir selbst. Deshalb nutze ich jede Möglichkeit, um mir ein Bild der aktuellen Lage zu machen. Diesmal bot sich die Gelegenheit im Restaurant Una Storia in Sempach, wo René Gabriel ein Dutzend 2000er öffnete. Je eine Viererserie St. Julien, St. Estèphe und St. Emilion.
| 2000 | Lagrange | 18/20 | trinken – 2025 |
| 2000 | Ducru Beaucaillou | 19+/20 | 2018 – 2045 |
| 2000 | Léoville Barton | 18.5+/20 | 2018 – 2045 |
| 2000 | Léoville las Cases | 19/20 | trinken – 2045 |
Ein ganz sicherer Wert und verlockend schön ist 2000 Lagrange. Offenes, toastiges Bouquet. Kaffee Mocca, blau- und schwarzbeerige Grundaromatik. Ein Wein, der schon früh begeisterte und sich gar nie zurückzog. Sehr erhaben und gross präsentierte sich 2000 Ducru Beaucaillou, Erdig, würziges Bouquet. Dazwischen frische Cassisaromen, Holunder, Zedern. Im Gaumen reifeverlangend. Viel Stoff, und die entsprechend massiven Tannine. Kommt auf jeden Fall (sehr) gut! Auch 2000 Léoville Barton ist in fünf bis zehn Jahren eine sichere Bank. Jetzt eher defensiv, schwarzbeerig, aber auch florale Noten. Zedern. Die Frucht fehlt im Moment etwas, daher wirkt er zugeknöpft und uncharmant. Im Gegensatz zu 2000 Léoville las Cases, der – obwohl auch er noch lange nicht in seiner Trinkreife ist – bereits jetzt schon harmonisch elegant wirkt. Schwarzbeerig, etwas Lakritze, edle Mocca Röstung. Konzentriert im Gaumen, tolle Balance und sehr lang im Abgang.
| 2000 | Tronquoy-Lalande | 17.5/20 | trinken – 2025 |
| 2000 | Beau Site | 15/20 | trinken – 2025 |
| 2000 | Cos d’Estournel | 18.5/20 | trinken – 2030 |
| 2000 | Montrose | 18.5+/20 | 2020 – 2050 |
2000 Tronquoy-Lalande ist ein vorzüglicher Wein. Das Beste aus dem Topjahr herausgeholt und zu fairem Preis angeboten. Jugendliches Bouquet, irgendwie immer noch recht primärfruchtig mit schöner Holzbegleitung. Im Gaumen mittelschwer, leichte Pilznote, rustikal strukturiert. 2000 Beau Site wirkt im Bouquet defensiv. Pflaumen, Zedern und Vanille. Im Gaumen zu harte Tannine, viel Säure und einen leicht muffigen Unterton. Ein önologischer „Trickbetrüger“. Man könnte annehmen, er sei einfach zu jung und brauche Zeit. Doch daraus wird nichts. In zehn Jahren wirkt er zwar abgerundeter, dafür frucht- und freudlos.

| 2000 | Beauséjour-Bécot | 18/20 | trinken – 2025 |
| 2000 | Magdelaine | 17/20 | trinken – 2020 |
| 2000 | Figeac | 19/20 | trinken – 2040 |
| 2000 | Pavie | 18?/20 | trinken – 2035 |

Stirne runzeln dann beim 2000 Pavie. Vor zwei Jahren mit klaren 20/20 im Glas und seither leider nicht mehr probiert. Hier läuft etwas schief, oder es handelte sich um nicht optimale Flaschen. Fülliges, süsses Bouquet. Klar dunkelbeerig, Lakritze und Minze, aber auch leider eine gewisse Lack Note, was auf flüchtige Säure hinweisen könnte. Im Gaumen wirkt er konzentriert, alles irgendwie zu extrahiert und daher trocken. Wo in seiner Jungend eher zu viel Fett da war, klafft im Moment eine „Eleganz Lücke“. „Wohin des Weges, Du nobler Pavie?“ Hoffentlich krieg ich bald die Chance für eine Klarstellung oder Bestätigung….
Endlich schaffte ich es, bei einer „Traumdepot“ Veranstaltung von Christoph Wey dabei zu sein. Leider ergibt sich die Gelegenheit nur noch selten. Mit gutem Grund. Denn sein neues Projekt heisst „ZIAB“ „Zu Hause isst’s am besten.“ Natürlich geht’s auch bei ZIAB um Genuss und Leidenschaft. Zusammen mit Reto Fust sind die beiden ein eingespieltes „Störkoch Duo“. Fust kocht – Wey stört… Um die Arbeitsaufteilung dennoch fair zu gestalten, schreibt Christoph Wey über diese kulinarischen Momente und hält sie bildlich fest. Daraus entstehen Geschichten, Rezepte und Emotionen. Und dies wollen die beiden in Zukunft mit uns teilen. Ein Genussbuch entsteht. Mehr als „nur“ ein Rezeptbuch. „Ungeschliffen, vielfältig und lebensnah“, wie sie auf ihrer Webseite schreiben. Gut Ding will Weile haben. Ende 2016 ist es soweit. Bereits jetzt gibt’s Einblicke zu diesem spannenden Projekt unter www.ziab.ch.
Der freitägliche „traumSTOFF“ Abend entsprach ganz der Philosophie von Reto (links) und Christoph (rechts). Zusammensitzen, über unser Hobby schwärmen, Gedanken austauschen, glücklich sein. Wir fühlten uns wohl, umgeben von feinsten Stoffen im Glas wie auch um uns herum (die Verkostung fand Peter Millar Flagship Store in Sihlbrugg statt). Dazu auserlesener Käse, Fleisch und köstliche Brote. Genuss pur!
Mit dabei war auch Thomas Theiler. Der gelernte Maschinenzeichner und Metallbauer stellte seinen „mechanischen Sommelier“ vor. Ein feinmechanisches Kunstwerk mit modernster Optik. Mit diesem edlen Teil dekantieren Sie Grossflaschen bis zu 27 Liter äusserst stilvoll. Ein faszinierendes Gerät und toller Blickfang in jedem guten Restaurant. Hier bewundern Sie den genialen Dekanter: www.theilermetall.ch
Und schliesslich die Weine. Thematisch zusammengestellt in Dreierserien:
| CH | 2009 | Studach Chardonnay | 18/20 | trinken – 2016 |
| Cal | 2005 | Marcassin Chardonnay Three Sisters Vineyard | 16/20 | austrinken |
| Bur | 2005 | Domaine William Fevre Chablis les Clos | 17/20 | trinken – 2020 |
In der Chardonnay Startserie überzeugte 2009 Studach Chardonnay mit seiner mineralischen, frischen Art. Leicht nussig, etwas Vanille und viel fruchtiger Chardonnay Primäratomatik. Schon sehr reif in Farbe und Aromatik zeigte sich 2005 Marcassin Chardonnay Three Sisters Vineyard. Ueppig, schwere Nase. Brandig, leicht oxydativ. Asche, Schwefel und Butter. Im Gaumen breit und träge mit schlapper Säure. Schwer zu sagen, ob es sich um eine schlechte Flasche handelt oder ob dieser Marcassin wirklich schon so deutlich den Zenit überschritten hat. Da erinnere ich mich wehmütig zurück an den eindrücklichen Marcassin Event vor zwei Jahren. Frisch, leicht grassig mit mineralischer Struktur und knackiger Säure präsentierte sich 2005 Domaine William Fevre Chablis les Clos. Leichte Zitrusaromen, Feuerstein und Gewürze.
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| Oes | 2006 | Pöckl Monchhof Merlot | 19/20 | trinken – 2025 |
| CH | 2009 | Vin da Zücchin Cinq! Merlot | 17/20 | trinken – 2020 |
| Tos | 2007 | Le Macchiole Messorio | -/- |
Einmal mehr begeisterte mich der phänomenale 2006 Pöckl Monchhof Merlot. Der Wein beeindruckte uns anlässlich der European Merlot Champions League anfangs Jahr. Immer noch jugendlich. Offenes, toastiges Bouquet. Pflaumen, Cassis, Bananen, Schoko, Zimt und Vanille. Zupackend, kräftig im Gaumen und mit guter Struktur ausgestattet. Verfügt über tolle Reserven, was ihm noch lockere zehn Jahre Lebensdauer auf diesem hohen Niveau beschert.
Das Ergebnis eines spannenden Schweizer Weinprojekt ist der „Tschingg“ von den „Kürbisköpfen.“ 2009 Vin da Zücchin Cinq! Merlot. Die Merlot Trauben stammen vom Tessiner Winzer Giuliano Cormano. Gekeltert wird im bündnerischen Fläsch bei Andrea Devaz. Ein geschmeidig, eleganter Wein, der sehr von seiner verlockenden Barrique Süsse lebt. Bittermandeln, Marroni, Vanille, Rauch. Ein schöner Wein aus grossem Tessiner Jahr. Eine „Toasting Stufe“ tiefer, und der Cinq wäre bei mir eine Bewertungsstufe höher… Schade, dass 2007 Le Macchiole Messorio korkte. An der grossen Messorio Vertikale vor zwei Jahren bewertete ich den 2007er mit 19/20 (trinken – 2025).
| Bdx | 2000 | Château Talbot | 18.5/20 | trinken – 2035 |
| Tos | 2004 | Montepeloso Gabbro IGT | 16.5+/20 | trinken – 2025 |
| Cal | 2004 | Blankiet Cabernet Sauvignon Paradise Hills Vineyard | 17.5+/20 | 2020- 2035 |
Im Cabernet Flight begegnete ich wieder mal dem tollen 2000 Talbot. Einem klassischen, grossen St. Julien, der in diesem Spitzenjahr grossartig gelungen ist. Edles Holz, Zedern, Toast, blau- und schwarzbeerige Grundaromatik. Viel Stoff und Reserven, aber jetzt schon sehr gefällig. Nicht ganz klar kam ich mit 2004 Montepeloso Gabbro IGT. Offenes rauchiges Bouquet. Kirschen, Pflaumen, Gewürze, etwas Lack. Im Gaumen breit strukturiert, etwas alkoholisch und schwermütig wirkend. Stark extrahiert, trocken im Abgang. Auch 2004 Blankiet Cabernet Sauvignon Paradise Hills Vineyard ist ein typischer Vertreter der „full Body“ Weine. Druckvolles Bouquet. Reif, süss. Pflaumen, Cassis, Kalk und Teer. Gradlinig strukturiert, viel Reserven, kantige Säure und wenig Entwicklung. Warten.
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| Rho | 2003 | Domaine du Pegau Chateauneuf du Pape Cuvee Reservee | 18.5/20 | trinken – 2025 |
| Rho | 2003 | Domaine du Pegau Chateauneuf du Pape Cuvee da Capo | 19.5+/20 | trinken – 2030 |
| Cal | 2007 | Tablas Creek Esprit de Beaucastel | 18+/20 | trinken – 2030 |
Jetzt schon wunderbar trinkreif zeigt sich 2003 Domaine du Pegau Chateauneuf du Pape Cuvee Reservee. Ein grossartiger, fein strukturierter CNP. Kirschen, Pflaumen, Himbeeren, Kerzenwachs und Rauch. Im Gaumen sehr geschmeidig, reif und zugänglich. Wirkt fast älter als er effektiv ist. Super Länge. Absolut edel wirkt 2003 Domaine du Pegau Chateauneuf du Pape Cuvee da Capo (90% Grenache). Grant. Pflaumen, Vanille, Caramel, Pfeffer, Himbeeren, Leder und Minze im Bouquet. Röstiger als der Reserve. Zeigt eine enorm vielschichtige Aromatik, welche sich im Glas dauernd verändert. Absolut delikater Gaumen, traumhafte Balance und eindrückliche Länge.
Es gibt eine Theorie, welche besagt, dass wenn ein Wein in seiner Jugend nach Bananen riecht, kann er im Alter zur Legende reifen… Was aber, wenn ein Wein praktisch nur nach Banane riecht wie dieser 2007 Tablas Creek Esprit de Beaucastel? Ein „Rhone Blend“ aus Mourvedre, Grenache, Syrah und Counoise aus San Luis Obispo (Central Coast). In der Nase Banane, blaue Beeren, Pfeffer, Kirsch und Nuss. Mittlere Intensität. Schönes, harmonisches Gesamtpaket. Viel Fülle aber nicht überladen. Ein stimmiger Wein mit Potential.
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| Lang | 2007 | La Peira en Damaisela Terrasses du Larzac ‚La Peira‘ | 16/20 | trinken – 2030 |
| Cal | 2007 | Saxum Booker Vineyard | 18.5/20 | 2020 – 2035 |
| Rho | 2009 | Rene Rostaing Cote Blonde | 18.5+/20 | 2020 – 2040 |
Sicherlich Liebhaber finden wird der mächtig, bullige 2007 La Peira en Damaisela Terrasses du Larzac mit rauchig würziger Nase. Zu jung und zu alkoholisch für mich. Sehr schön zeigt sich 2007 Saxum Booker Vineyard. Natürlich auch mindestens fünf Jahre zu früh im Glas. Doch hier spürt man mehr Gehalt und Struktur. Ein toller Wein ist 2009 Rene Rostaing Cote Blonde, mit frischem, primärfruchtigem Bouquet. Viel Kirschen, Pflaumen, Leder, Pfeffer. Fein, elegant im Körper. Sehr schön balanciert. Fünf Jahre Geduld verspricht eine noch höhere Wertung.
Die beiden ZIAB Jungs: Christoph Wey und Reto Fust. Dazwischen Dekanter Designer Thomas Theiler:
Ja, man darf verwundert die Augen reiben. Endlich probiert er mal deutschen Riesling! Zugegeben, die Gelegenheiten sind rar, den Zugang habe ich noch nicht richtig gefunden und mein Riesling Kellerabteil glänzt durch gähnende Leere. Also nutzte ich erst recht die Gelegenheit, Von Winning’s Grosse Gewächse zu probieren. Der 2013er gilt in der Pfalz als Spitzenjahrgang. (mehr …)
„Gourmet Dinner mit…“ ist eigentlich kein Weinevent. Die Sache hat sich irgendwann (wie so oft) einfach ergeben. Es geht um einen Wein, den ich sehr schätze, selten begegne und wenige Flaschen davon im Keller finde. Die Teilnahmebedingungen sind einfach. Jeder Gast bringt einen Jahrgang des definierten Weins mit in den Adler nach Nebikon. Dort kocht uns Raphael Tuor mit seinem Team einen vorzüglichen Fünfgänger und wir geniessen dazu die Weine. Wunderbar entspannt. Tolle Weine, grossartiges Menu, liebe Freunde.
Die Wahl fiel dieses Jahr auf das oftmals unterschätzte Pomerol Weingut Gazin. Auf Gazin produziert man auf 24 ha (90% Merlot, 7% Cabernet Sauvignon und 3% Cabernet Franc) rund 100’000 Flaschen vom Erstwein und 20’000 Flaschen vom Zweitwein l’Hospitalet de Gazin.
Besitzer Nicolas de Bailliencourt über sein Château Gazin:
http://www.youtube.com/watch?v=Bk3rTMbiHHg
Die Weine wurden offen verkostet.
| 1989 | Gazin | 18/20 | trinken – 2020 |
| 1990 | Gazin (Magnum) | 18.5/20 | trinken – 2025 |
| 1994 | Gazin (3/8) | 18.5/20 | trinken – 2025 |
| 1995 | Gazin | 17.5+/20 | trinken – 2035 |
| 1996 | Gazin | 18/20 | trinken – 2020 |
| 1998 | Gazin | 18/20 | trinken – 2040 |
| 2000 | Gazin | 19/20 | trinken – 2040 |
| 2005 | Gazin | 18+/20 | 2020 – 2045 |
| 2009 | Gazin | 19+/20 | 2020 – 2045 |
1989 Gazin. Aufhellendes Granat. Würzig, leichte grünlicher Touch. Leder, Peperoni und Zedern. Süsse, reife Aromen im Gaumen. Mittelscher elegant und schön ausgewogen. Etwas Jute, Tabak, spitze Säure. Gut entwickelter Gazin. Voll ausgereift. Weils so schön war, öffneten wir zum Schluss gleich noch eine 89er. Dieser wirkte einen Tick frischer. Also nicht dekantieren – spontan geniessen.
Sven Fischer brachte den tollen 1990 Gazin in Magnumformat mit. Edles Bouquet. Dunkle, süsse Beeren, Mineralisch, Jod. Tabak. Gaumen ausgereift, mild, harmonisch. Enthält immer noch eine schöne Frische in sich. Hält lange und entwickelt sich weiter positiv. Normalflaschen sind wahrscheinlich schon sehr reif, diese perfekte Magnum zeigt immer noch viel Substanz.
Mit 1994 Gazin habe ich mir den Spass erlaubt, die Flasche zusammen mit dem 1995er und 1996er blind den Gästen vorzusetzen. Fazit: Niemand tippte bei diesem Wein auf 1994, und er dominierte die Serie. Dunkles Granat. Mollig, toastige Nase. Zedern, Peperoni. Kalk. Toller Druck im Auftakt. Mittelschwer im Gaumen mit erstaunlichem Potenzial. Super harmonisch. Unglaubliche Performance für dieses Jahr. Ich bin kein Fan von 1994, aber dieser Gazin… Habe mir eine Kiste 3/8 an der letzten Weinbörse ersteigert. Lohnenswert!
Etwas schwer tat sich 1995 Gazin. Defensiv, blaubeerig. Schoko, Zedern, Leder, Nuss. Elegant strukturiert. Viel Potential. Aber noch keine richtige Harmonie. Etwas grün im Abgang. Stramme Säure, typisch für 1995. Die kommen langsam und brauchen Geduld.
Ein sympathischer Wein aus schwierigem Pomerol Jahr ist 1996 Gazin, Granat; Würzig, Holz, Zedern. Defensive Frucht. Runder, ausgewogener Körper. Blau-rotbeerig. Nervige Säure. Süsser Mittelteil. Hat seinen Zenit bereits erreicht.
Aus grossem Merlot Jahr dann 1998 Gazin. Rauchig, edle, schwarzbeerige Nase. Etwas Lakritze, Leder, Popcorn, Caramel. Massiver Holzeinsatz. Heisses Jahr. Super reif. Harmonisch, elegant strukturiert. Leicht trockener Abgang. Sehr modern gemacht und möglicherweise etwas überextrahiert. Nicht ganz den Erwartungen entsprechend.
Begeistert hat mich 2000 Gazin. (85% Merlot, 12% CS, 3% CF) Dunkles Granat. Würzig, Kalk, Brombeer, Cassis und defensiver Holzeinsatz. Etwas Zedern. Druckvoll, nachhaltig im Gaumen. Zeigt die Fülle des grossen Jahrgangs. Enormer Stoff ohne üppig zu wirken. Eleganz mit Potential für lockere 20 Jahre. Das ist die Balance und die Reinheit eines aussergewöhnlichen Jahrgangs.
Viel Potenzial und Grösse dann bei den letzten beiden Babys. 2005 Gazin (85% Merlot, 10% CS, 5% CF) Blaubeerig, würzig. Viel laktische Aromen. Erdbeeren, Brotkruste, süss, gut unterstützte Holznote. Erdnüsse. Sehr geschliffen, geschmeidig im Gaumen. Im Moment recht in sich zusammengezogen. Vom Typ her ein junger 2000er. Jetzt recht komprimiert. Braucht viel Zeit. Im Moment schwer zugänglich. Unbedingt warten.
2009 Gazin (90% Merlot, 7% CS, 3% CF) war schon 2012 auf Hannes Wachtlers 2009er Probe mein heimlicher Star. Ich habe danach gekauft und nun bereits die erste Flasche geopfert. Natürlich um Jahre zu früh, aber dieser Wein zeigt jetzt schon eine unglaubliche Grösse. Violette. Dunkelbeerig, Erdnüsse, Cassis. Minze und Himbeeren. Enorm stoffig, völlig primarfruchtig. Potential und Kraft. Modern vinifiziert, perfektes Traubengut. Grossartige Balance und fast Likör-mässiger Gaumenfluss. Moderner, grossartiger Gazin. Der Beste? Ich bleibe dran…
Der Report über eine spektakuläre Nacht mit 22 Syrah Weinen. Bei den einen war es Liebe auf den ersten Blick. Mit anderen würde ich im Liebeswahn sofort eine lebenslängliche Beziehung ohne Ehevertrag eingehen. Und da waren auch noch jene, mit welchen es beim schnöden One-Night-Stand bleiben wird… (mehr …)
Der Bestbottle Circle, unter der Leitung von Marcello Botti und René Mauchle, lud zur „Freestyle Edition“ in den Ochsen nach Lenzburg. Mitgebracht wurden grossartige Weine, viele Parkerpunkte und ein Exote, der sich ganz weit oben klassierte. Ein toller Kickoff in den Weinherbst!
Wieder mal eine Doppelbuchung in meiner Agenda. Einerseits die Einladung ans Oktoberfest, andererseits organisierte René Gabriel eine prächtige Vertikale eines meiner Lieblingsweine im Sempacherhof. 20 Mass Bier oder 20 Jahrgänge Pape Clément?.. Wofür hätten Sie sich entschieden? Zum Glück für mich heisst diese Seite nicht MYBESTBEER.CH… (mehr …)
Bei der Heitz Winery scheiden sich die Weingeister. Da sind einerseits die Kritiker und Freunde universeller Weltweine, welche vor allem der alten Jahrgänge wegen die Nase rümpfen. Sie bemängeln – die leider oftmals vorhandenen – Unsauberkeiten mehr, als sie die Einzigartigkeit des Weins loben. Robert Parker gehört als einflussreichstes Beispiel dazu. Er attestierte den Heitz Erzeugnissen oft eine gewisse „Lack Note“. Joe Heitz schickte ihm darauf ein Paket Taschentücher und einen Brief, mit der Aufforderung, er solle sich gefälligst die Nase putzen und von seiner Winery fern bleiben. Auch Stephen Tanzer hat nach seinen 76 Punkten für den 87er Martha Hausverbot.
Und dann existiert andererseits eben auch die Heitz Fangemeinde. Freaks, welche die Einmaligkeit des Weins verehren. Die Charakteristik des Terroirs, und die faszinierende Aromatik aufgrund der unzähligen Eukalyptusbäume rund um Martha’s Vineyard. Aber es braucht viel Verständnis und Geduld mit dieser „Martha“. Dates mit ihr schwanken zwischen hemmungsloser Begeisterung und schierer Verzweiflung. Joe Heitz war als „etwas“ geizig bekannt. Ein Typ, der seine Fässer lieber ein Jahr zu oft brauchte, und eher eine Tonne Trauben zu viel als zu wenig in den Keller fuhr. Unterschiedliche Fassqualitäten und Alter für den gleichen Jahrgang waren keine Seltenheit. Das Ergebnis erleben wir jedes mal beim Genuss einer Flasche. Mal himmelhoch jauchzend, mal oder zu Tode betrübt. Auch bei dieser Probe wieder.
Der Bestbottle Circle, rund um Marcello Botti, Nils Frei und René Mauchle luden in die Fansburg nach Ormalingen. Susi und Jürg Richter begleiteten und begeisterten uns mit ihrem Team durch den eindrücklichen Tag. Der Event wurde in zwei Etappen durchgeführt. Zum Lunch stellte jeder Teilnehmer einen „normalen“ Heitz auf den Tisch, und zum Dinner dann eine Flasche (oder mehrere…) der legendären Martha.
Ja, wir brachten die Weine selber mit…Eigentlich völlig paradox beim eindrücklichen Farnsburger Weinkeller. Ein Eldorado mit unglaublicher Vielfalt und Tiefe. Ein Schmuckstück für jeden Weinliebhaber. Schauen Sie mal rein…Es muss ja nicht unbedingt Martha’s Vineyard, der Albtraum jedes Sommeliers, sein. Im Farnsburg Keller finden Sie einige Tausend Alternativen…
Mittags Session (Serien offen, Weine blind):
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| 1975 | Heitz Cabernet Sauvignon Fay Vineyard | 17/20 | austrinken |
| 1978 | Heitz Cabernet Sauvignon Fay Vineyard | 17.5/20 | trinken – 2020 |
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Die Parzelle am Fay Vineyard pachtete Joe Heitz von 1975 – 1978 bevor sie der Besitzer, Nathan Fay, 1979 an Stag’s Leap verkaufte. Noch heute finden Sie diese Trauben im Cask 23. Beide Weine sind immer noch sehr gut. 1975 Heitz Cabernet Sauvignon Fay Vineyard präsentiert sich mit viel Kräuter im Bouquet. Jute, Kamin und Zedern. Mittlere Intensität und leicht austrocknendem Finale. 1978 Heitz Cabernet Sauvignon Fay Vineyard würzig, minzige Nase. Dunkle Schokolade. Etwas breiter strukturiert.
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| 1983 | Heitz Cabernet Sauvignon Bella Oaks Vineyard | 16/20 | austrinken |
| 1990 | Heitz Cabernet Sauvignon Bella Oaks Vineyard | 18/20 | trinken – 2025 |
| 1994 | Heitz Cabernet Sauvignon Bella Oaks Vineyard | 17.5/20 | trinken – 2020 |
| 1997 | Heitz Cabernet Sauvignon Bella Oaks Vineyard | 17/20 | austrinken |
| 2004 | Heitz Cabernet Sauvignon Bella Oaks Vineyard | 18/20 | trinken – 2030 |
1983 Bella Oaks war ein harmloser, sehr rustikaler Wein mit unnötig hoher Säure. Sehr gut gefiel mir 1990 Bella Oaks, mit leicht animalischen Noten, Leder und Tabak. Ein klassischer „old fashion“ Cab mit erstaunlich guten Reserven für 1990. Auch gut gelungen war 1994 Bella Oaks mit jugendlicher Farbe. Rauch, Teer im Bouquet, präsente beerige Aromen und recht lang. Schnell unterwegs scheint 1997 Bella Oaks zu sein. Leicht staubige Noten, Rosinen, Eukalyptus, Minze und Gewürze. Etwas karg, metallisch im Gaumen. Hat möglicherweise die beste Zeit schon hinter sich. Ein frischer, dunkelbeeriger, grosser Wein ist 2004 Bella Oaks. Ausladendes Bouquet, Cassis, Bisquit, Griotte und dunkle Schokolade. Fülliger Körper, würzig mit einem gewissen „Rhone Touch“. Interessant!
| 1990 | Heitz Cabernet Sauvignon Trailside Vineyard | 18/20 | trinken – 2025 |
| 1991 | Heitz Cabernet Sauvignon Trailside Vineyard | 18/20 | trinken – 2025 |
Joe Heitz kaufte 1984 den 100 Acre Trailside Vineyard, östlich von Rutherford, entlang des Silverado Trails. 1990 Trailside, überzeugte seine gradlinige Art. Blaubeerig, Zedern, Tabak und Teer. Gute Balance und Länge. Auf gleichem Niveau 1991 Trailside. Offensive, druckvolle Nase. Schwarz- und blaubeerig, etwas Minze und Zedern.
Abend Seession:
| 1968 | Heitz Cabernet Sauvignon Martha’s Vineyard | 20/20 | austrinken |
| 1972 | Heitz Cabernet Sauvignon Martha’s Vineyard | 18/20 | austrinken |
| 1974 | Heitz Cabernet Sauvignon Martha’s Vineyard | 19/20 | austrinken |
| 1975 | Heitz Cabernet Sauvignon Martha’s Vineyard | 19/20 | trinken – 2025 |
| 1976 | Heitz Cabernet Sauvignon Martha’s Vineyard | 18/20 | austrinken |
| 1978 | Heitz Cabernet Sauvignon Martha’s Vineyard | -/- | |
| 1979 | Heitz Cabernet Sauvignon Martha’s Vineyard | 17.5/20 | austrinken |
| 1984 | Heitz Cabernet Sauvignon Martha’s Vineyard | -/- | |
| 1985 | Heitz Cabernet Sauvignon Martha’s Vineyard | -/- | |
| 1986 | Heitz Cabernet Sauvignon Martha’s Vineyard | 19/20 | trinken – 2025 |
| 1987 | Heitz Cabernet Sauvignon Martha’s Vineyard | 19/20 | trinken – 2025 |
| 1989 | Heitz Cabernet Sauvignon Martha’s Vineyard | 17/20 | austrinken |
| 1991 | Heitz Cabernet Sauvignon Martha’s Vineyard | 18.5/20 | trinken – 2030 |
| 1997 | Heitz Cabernet Sauvignon Martha’s Vineyard | 19/20 | trinken – 2035 |


1976 Heitz Martha’s Vineyard wirkt elegant, fast leicht, mit seinen beschwingten süssen schwarzbeerigen Bouquet. Dazu etwas Rauch und Zimt. Unglaublich gut gehalten für 1976. Good Job! Völlig kaputt war 1978 Heitz Martha’s Vineyard. 1979 Heitz Martha’s Vineyard ist ein typischer Martha Klassiker. Blau- und schwarzbeerig, Pflaumen, Minze, Wildleder. Braucht viel Luft um sich zu entfalten. Im Abgang leicht grünliche Noten und etwas kürzer als die ganz grossen Jahrgänge. Aber immer noch sehr solide unterwegs. 1984 Heitz Martha’s Vineyard zeigte sich mit viel Minze und Brennesseln aber auch mit Kork und unsauberen Noten. Andi Meier stellte sein Glas eine Stunde zu Seite, und der Wein war sauber… Typischer Martha Wahnsinn!!! Dasselbe erhoffte ich mir auch beim nächsten Fall für den Wein-Psychiater:

Ohne Zweifel präsentierte sich der tolle 1986 Heitz Martha’s Vineyard. Defensiv, würziges Bouquet. Sägemehl, Stroh, Schoko, Kampfer. Druckvoll, intensiv in der Mitte. Jugendlich kräftig. Trägt die Aromen wunderbar in sich und wirkt sehr harmonisch. Auch 1987 Heitz Martha’s Vineyard ist richtig gross. Hier habe ich nach den 19.5+/20 im 2011 nachgekauft. Dichtes, würziges Bouquet. Fleischige Aromen, immer noch Cassis, Espresso und Minze. Anfänglich im Glas etwas verhalten, aber auch hier: Martha kann gar nicht genug Luft kriegen (ausser vielleicht der 85er..). Ein rustikaler, charaktervoller, grosser Wein. Etwas leichter wirkte 1989 Heitz Martha’s Vineyard. Süsses, reifes Bouquet, Kaffee, Teebaumöl, Jod. Mittlere Intensität und beschwingt im Abgang. Stark performte einmal mehr 1991 Heitz Martha’s Vineyard, der zweitletzte Jahrgang vor der Neuanpflanzung infolge Reblaus. Opulente dunkelbeerige Nase. Cassis, Waldbeeren. Etwas Laub, Schwarztee und After Eight. Wirkt im Gaumen noch recht jung und entwickelt sich deutlich langsamer als viele andere 91er Kalifornier. Und schliesslich noch der zweite Jahrgang aus Martha’s Neuzeit: 1997 Heitz Martha’s Vineyard. Frische, süsse Nase. Brombeeren, Teer, Eukalyptus, Brotkruste. Mineralischer, druckvoller Köper. Feine Struktur und kräftige Ausstrahlung. Ist jetzt schon sehr gut und verfügt über Reserven für lockere 20 Jahre.
Hier nachlesen: Die komplette Heitz Martha’s Vineyard Vertikale vom 29. Oktober 2011
Mehr Infos zur Heitz Winery finden Sie auf: heitzcellar.com
Die Publikumswertung zur Probe und weitere spannende Events gibt’s bei bestbottle.ch
Vermisst-Meldung: Vermisst wird seit Samstagmittag 13. September 2014: Martha. 39 jährig, gebürtige Amerikanerin, wohnhaft seit mehreren Jahren in Neuenkirch, Kanton Luzern. Signalement: Schlanke Statur. 30 cm gross und zirka 1.5 kg schwer. Besondere Merkmale: Tätowierung auf der rechten Schulter mit der Jahreszahl „1975“. Martha verliess am Samstagvormittag ihr Zuhause mit zwei Freundinnen und ihrem gemeinsamen Liebhaber. Letztmals wurde sie im Zug zwischen Olten und Gelterkinden gesehen und anschliessend auf einer Taxifahrt zur Farnsburg in Ormalingen.
Seither wird Martha vermisst. Da ihre beiden Freundinnen inzwischen leer aufgefunden wurden, muss mit dem Schlimmsten gerechnet werden.
Für sachdienliche Hinweise benutzen Sie bitte das Kommentarfeld.

| CH | 2010 | Gantenbein Chardonnay | 18.5/20 | trinken – 2020 |
| CH | 2011 | Gantenbein Chardonnay | 19/20 | trinken – 2020 |
| CH | 2012 | Gantenbein Chardonnay | 18/20 | trinken – 2020 |

| CH | 2007 | Gantenbein Pinot Noir | 18/20 | trinken – 2025 |
| CH | 2008 | Gantenbein Pinot Noir | 18.5+/20 | trinken – 2030 |
| CH | 2009 | Gantenbein Pinot Noir | 17.5/20 | trinken – 2025 |

| Bor | 1990 | Pavillon Rouge du Chateau Margaux | 17/20 | austrinken |
| Bor | 1990 | Les Forts de Latour | 17/20 | austrinken |
| Bor | 1990 | Les Pensees de Lafleur | Kork |
Im ersten Bordeaux Flight korkte leider 1990 Les Pensees de Lafleur. Animalisch wirkte 1990 Pavillon Rouge. Pflaumen, Leder, Tabak und etwas Schuhcreme. Mild und abgerundet, mit immer noch klassisch schöner Statur. 1990 Les Forts de Latour präsentiert sich ganz ähnlich. Noch angenehme blau- und schwarbeerige Aromen. Pflaumen, Tabak und recht würzig. Im Gaumen recht fortgeschritten mit malziger Note.
| Bor | 1988 | Lafleur (3/8) | 18/20 | austrinken |
| Bor | 1993 | Lafleur | 18.5/20 | trinken – 2020 |
| Bor | 1997 | Lafleur (Magnum) | 17/20 | trinken – 2020 |

| Bor | 1985 | Palmer | 18.5/20 | austrinken |
| Bor | 1979 | La Mission Haut Brion (Magnum) | 18.5/20 | trinken – 2025 |
| Bor | 2001 | La Mission Haut Brion | -/- |

| Bor | 1982 | Lynch Bages | 19/20 | austrinken |
| Bor | 1988 | Mouton Rothschild | 19/20 | trinken – 2030 |
| Bor | 1989 | Latour | 18.5/20 | trinken – 2030 |

Die Einladung von Bruno Leisibach kam spontan. „Sonntag Nachmittag: Auf der Dachterrasse Kilchberg-Schwingen schauen, etwas Käse, Wurst und ein Schluck Wein…“. Wer den Leisi kennt, weiss genau, dass aus diesem Schluck Wein schnell ein ausgewachsener, feudaler Weinnachmittag über den Dächern Hochdorfs werden kann…
Im Gegensatz zu den bösen, kräftigen und bärtigen Schwinger wählte Leisi ein ausgesprochen elegantes Kontrastprogramm. Also, Manne i d’Hose…
| Bor | 1985 | Lynch Bages | 18.5/20 | trinken – 2020 |
| Bor | 1990 | Pape Clément | 18/20 | trinken – 2025 |
| Cal | 1996 | Pahlmeyer Red | 18/20 | trinken – 2020 |
| Cal | 1987 | Simi Cabernet Sauvignon Reserve | 15/20 | vorbei |
| Cal | 1992 | Dominus | 19/20 | trinken – 2025 |
| Bor | 1990 | Léoville Las Cases | 19/20 | trinken – 2030 |
| Bor | 1985 | Gruaud Larose | 18/20 | austrinken |
1985 Lynch Bages begeisterte gleich von Beginn weg. Sehr reifes, würziges Bouquet. Leder und nasses Holz. Im Gaumen elegant, rund und harmonisch. Immer noch rotbeerige Restfrucht, leicht grünlicher Abgang. Etwas defensiver zeigte sich 1990 Pape Clément. Viel Tabak, Jod und Gewürze im Bouquet. Aber auch noch schön präsente blaubeerige Frucht. Im Gaumen etwas „welk“ wirkend und nicht ganz in Top Form wie jene Flasche bei „Abschied mit Tränen“. Sehr gut integrierte sich 1996 Pahlmeyer Red zu den beiden reifen Bordeaux. Da die mittelgrossen Napa Jahrgänge europäischer daherkommen als die ganz Grossen. Blau-schwarzbeerig, Tabak, Minze und etwas Peperoni. Die Aromen sind dich verwoben, mollig im Gaumen. Schöne Länge. 1987 Simi Reserve wirkte würzig im Bouquet aber keine Frucht mehr. Seine Statur zerfällt langsam. War vor fünf Jahren noch ein toller Wein. Simi bietet nach wie vor ein attraktives Preis-/Leistungsverhältnis. Gerade letzte Woche habe ich sowohl 1993 wie 1994 Simi Reserve nachgekauft.

24 Jahrgänge zwischen 1962 – 2003 neu bewertet.
Dieser Privatanlass wurde in Form einer Best Bottle (bring your own) ausgetragen. Wir waren zu Gast im Hotel Balm in Meggen beim Team von Beat Stofer. (mehr …)
„Wir waren bei Werner Tobler in Hochdorf“. In den vergangenen Jahren war dieser Satz oft in meinen Reports zu lesen. Doch diesmal fehlt ein entscheidender Zusatz: Die Braui. Uschi Frapolli und Werner Tobler haben ihre Wirkungsstätte nach fast zehn Jahren verlassen. Die Nachricht erreichte mich nicht überraschend und ich habe Verständnis für diesen Entscheid. Natürlich stimmt es mich traurig, dass es die Braui, als quasi MYBESTWINE Homebase nicht mehr gibt.
Wir waren ein eingespieltes Team. Ein Event in der Braui? Schnell organisiert! Ich sagte Werni, wann wir kommen, wie viele Leute und welche Weine wir mitbringen. Ein Menuplan oder Zeitablauf? Vergiss es. « Den Tobler muss man machen lassen ». Und das Ergebnis war immer begeisternd. Es gibt viele grossartige Köche. Die meisten zelebrieren sich aber leider selber oder kochen für Punkterichter. „Cuisinier WT“ ist einer der wenigen, welcher immer für die Gäste und begleitend zu den Weinen kochen. Wie auch an diesem sommerlichen Freitagabend. Werner lud ein paar Freunde zum Geburtstag ein. Statt vor den grossen Braui Töpfen stand er in seiner Haushaltsküche, und die Gäste sassen nicht in der Beiz, sondern im Wohnzimmer. Sonst war eigentlich alles gleich. Gleich genial! „Der Typ muss einfach kochen“, dachte ich mir. „Kochen ist sein Leben“. Das spürt man bei jedem Gang und jedem Bissen.
Wichtig ist, dass Werni sich Zeit nimmt um wieder ganz gesund zu werden. Zu reflektieren und dann die richtigen Entscheide für die Zukunft zu fällen. „Es eilt nicht – nimm Dir Zeit, lieber WT“. Nach diesem Abend bin ich überzeugt: Der Tobler kommt zurück! Irgendwie, irgendwo, irgendwann…
Die Weine wurden im „Best Bottle“ Prinzip blind verkostet.
| 1995 | Domaine Raveneau Chablis les Butteaux | 16/20 | austrinken |
| 2000 | Domaine Raveneau Chablis les Butteaux | 16/20 | trinken – 2020 |
| 2000 | Domaine Raveneau Chablis Montee de Tonnerre | 16/20 | trinken – 2020 |
Ein spezieller Beginn mit drei Weissweinen der Domaine Raveneau. Diese Chablis hatte ich alle zum ersten Mal im Glas. Jeder kostet weit über CHF 100 die Flasche. Die Weine in ihrer Art haben sicher Fans sonst könnte man sie ja nicht zu diesen Preisen verkaufen. Ich tat mich sehr schwer mit ihnen. Mastig, schwerer Chardonnay. Oelig. Im Bouquet wirken sie alt. Haselnuss, Melisse, Jod, Seetang, ranzige Butter. Im Gaumen enorm breit. Wer davon zuviel beim Apéro erwichte, verabschiedete sich etwas früher. Guet Nacht!
| 1998 | Sine Qua Non Backward and Forward | 19/20 | trinken – 2020 |
| 2006 | Sine Qua Non Autrement Dit Rosé | 15/20 | trinken – 2025 |
Wie schwer die Chablis oben waren, beweist die Tatsache, dass der 1998 Sine Qua Non Backward and Forward (40% Chardonnay, 30% Roussanne und 30% Viognier) trotz seiner massiven Statur geradezu erfrischend daher kam… Kraftvolles Bouquet; Aprikosen, Himbeeren, Zitronengrass, Kokos und Vanille. Körperbetont, mit frischer, spritziger Säure, was den Alkohol gut verträglich macht. Bei 2006 Sine Qua Non Autrement Dit Rosé waren nicht alle Teilnehmer sicher, ob es überhaupt ein Rosé war. So dicht, üppig und intensiv. Fast 16 Vol% tun das ihrige dazu. Alkoholisch, Himbeergeist, viel Säure und massiv dicht. Unglaubliche Länge für einen Rosé. Wann trinkt man einen solchen Wein? Möglicherweise als Apéro vor einer Amarone Verkostung…
| 2000 | Bibi Graetz Testamatta IGT | 18/20 | trinken – 2020 |
| 2000 | Tenuta dell’Ornellaia Ornellaia | 17.5/20 | trinken – 2020 |
Alle sehnten sich also nach Rotwein und in Form zwei sehr schönen Toscanern wurden wir belohnt. Einerseits der 2000 Bibi Graetz Testamatta IGT (Sangiovese, Merlot, Cabernet Sauvignon. Voluminöses, reifes Bouquet. Blaubeerig, Pfeffer, Orangeade. Gute, frische Säure und eleganter Gaumenfluss. Toll im Bouquet auch 2000 Ornellaia. Heisse, reife Aromen. Blau- und schwarzbeerig. Viel Holz aber gut harmonierend. Im Gaumen dem schwierigen Jahrgang entsprechend etwas breiter strukturiert, mit kernigen Tanninen. Nicht ganz die Eleganz der grossen Jahrgänge.
| 1985 | Mouton-Rothschild | 19/20 | trinken – 2020 |
| 2002 | Cos d’Estournel | 17.5+/20 | trinken – 2035 |
Grossartig anschliessend der Übergang ins Bordeaux. Super, dass Sommelier Dani Juchli, den hochfeinen, seidig eleganten 1985 Mouton Rothschild, relativ früh am Abend präsentierte. Offenes, reifes Bouquet. Cremig, süss mit Zedern, Leder, Kräuter und Toast. Eine tolle, frische Flasche und ein Mouton für stille Momente. Grossartig! 2002 Cos d’Estournel immer noch rubin und sehr jung. Als langsam reifender 2002er zeigt er noch wenig Typizität. Primärfruchtig, dicht. Modern, recht röstig und gute Länge. Braucht Zeit um seine Charakterzüge zu entwickeln.
| 2004 | Palmer | 18/20 | trinken – 2030 |
| 1998 | Figeac (Magnum) | 18.5+/20 | trinken – 2040 |
| 1995 | La Mission Haut Brion | -/- |
Und weil es schön war, blieben wir gleich im Bordeaux mit 2004 Palmer. Sehr würzige Nase, animalisch, Leder, Feuerstein, Zedern. Im Gaumen schon recht weit, rund, fleischig und schön ausgewogen. Befindet sich in einer schönen, frühen Trinkphase. Vom Typ her eher ein St. Julien als Margaux. Der tolle 1998 Figeac kam zum Glück aus der Magnum, den davon gönnt man sich gerne mal ein grösseres Glas. Jugendliches, laktisch, würziges Bouquet. Immer noch viel Primäraromen, moderne Röstung, Rauch und Caramel. Im Gaumen frisch, zupackende Säure, voluminös und lang. Ein grosser Figeac, ganz am Anfang seiner Genussreife. Meine Kiste ist immer noch zu… Leider behinderte ein ganz leichter Kork den sonst formidablen 1995 La Mission Haut Brion.
| 2003 | Pingus Flor de Pingus | 15/20 ? | austrinken |
| 2004 | Pingus Flor de Pingus | 19/20 | trinken – 2030 |
Nicht klar kam ich mit 2003 Flor de Pingus. Völlig verhaltender Wein mit grüner, giftiger Nase. Peperoni und Cornichon. Aggressive Säure und kantige Tannine im Gaumen. Ein völlig „verwirrter“ Wein oder eine fehlerhafte Flasche. Denn wenn man den 2004 Flor de Pingus daneben erlebt, weiss man wie toll dieser 100% reine Tempranillo sein kann. Grossartige Nase. Schwarzbeerig, Bittermandeln, Amaretti, Toast, Vanille. Im Gaumen samtig, edel strukturiert. Eleganter Gaumenfluss. Vollmundig und sehr lang im Abgang.
Es kommt nicht ganz überraschend, kündigte doch Robert Parker bereits Anfangs Jahr an, dass er bei der diesjährigen Barriquetasting Tour durch Kalifornien, die 2001er neu beurteilen will. Ja, der liebe Robert wird auch älter und verbindet das Nützliche (Fassdegustationen 2010) mit dem Angenehmen (nachdegustieren der genialen 2001er nach 10 Jahren). Das Ergebnis gemäss Parker: „Ich wusste, dass mich brillante Weine erwarteten, doch diese neusten Verkostungen haben meine höchsten Erwartungen noch übertroffen“. Mit einem „Jahrgangsrating“ von 96/100 gehört nun der 2001 zusammen mit 2007 an die Spitze der grössten kalifornischen Weinjahrgänge aller Zeiten. Die spektakulärsten Hochstufungen: Abreu Madrona und Thorevilos (beide 100), Verite La Muse (100), Lokoya Mount Veeder (100), Lokoya Howell Mountain (99), Araujo Eisele (99), Bond St. Eden (100), Shafer Hillside (100), Ridge Monte Bello (99). Phelps Insignia (99), Dominus (98) usw, usw…. Mit US Schnäppchen jagen dank günstigem Dollarkurs, dürfte es vorerst vorbei sein. Denn diese Hochstufung kommt wohl nicht zufällig genau mitten in die Bordeaux 2010 Primeur Kampagne, und dürfte den Fokus amerikanischer Weinkonsumenten wieder vermehrt auf einheimisches Schaffen richten.







