Araujo ist Eisele, und Eisele ist nicht einfach ein Weinberg – Eisele ist Napa Geschichte. Legendär, sagenumwoben und tief bewundert. Dieses alte Flussbett mit vulkanischem Terroir und idealem Mikroklima bietet grösstmögliches Potential für die bald 50 jährigen Cabernet Sauvignon Stöcke. Eisele gibt dem Wein die Struktur, die Aromatik, das Leben. Egal welcher Winemaker, egal welcher Besitzer. Eisele definiert den Wein. Nie üppig, nie überladen, nie alkoholisch. Eisele ist Power, Eleganz und Balance. Genau so lieben Bart und Daphne Araujo ihren Wein. Das letzte Glas einer Flasche muss das Beste sein!
Die Weine sind schwer erhältlich. Vom Flaggschiff Eisele Cabernet Sauvignon gibt’s jährlich zirka 20‘000 Flaschen. Die letzten Jahrgänge kosten um die CHF 300.-/pro Flasche. Trotzdem ist Araujo immer ausverkauft. Die Hälfte der Produktion wird über Mailingliste verkauft die andere Hälfte über den Handel. In der Schweiz ist dafür das begnadete Weinhandelshaus Martel St. Gallen verantwortlich. Vater Ludwig Martel arbeitet seit dem ersten Araujo Jahrgang 1991 mit diesem Weingut zusammen (wie vorher schon mit Joseph Phelps). Jan Martel schaffte es nun, dass die Araujos nach 20 Jahren Zusammenarbeit erstmals die Schweiz besuchten, und er organisierte mit seinem Team im Restaurant Lagerhaus St. Gallen ein tolles Tasting mit den beiden sympathischen Weinenthusiasten. Als grosser Araujo Fan musste ich natürlich dabei sein.
Es war eine weitere, denkwürdige Vertikale, welche ich zusammen mit dem (ehemaligen) Besitzer dieser raren Sammlung, Eugen Haefliger, durchführen durfte. Ich selber war auf den Event am meisten gespannt, denn diese Weine waren mir nur vom hören sagen bekannt. Der österreichische Auswanderer Manfred Krankl ärgerte sich in Kalifornien als Gastronom über Kultweine und deren exorbitanten Preise. „Was andere können, kann ich auch“, sagte er sich und gründete selber seine Kultwinery „Vantura Avenue“. Dort selektioniert er die bestmöglichen Trauben (v.a. Rhone Varitäten) und produziert seine inzwischen legendären Sine Qua Non’s. Die Mikromengen (nur wenige Tausend Flaschen), die permanent hohen Parkerbewertungen sowie ständig wechselnde Namen, Labels und Flaschenformen machten Sine Qua Non innert Kürze zum begehrten Sammelobjekt für Weinfreaks rund um den Globus.
Diesmal lud Hansruedi Glanzmann (links) zum Kreuzstramm „on the road“. Es ging nach Meggen zu Lukas Rosenblatt. In seiner Backstube in Meggen zelebrieren Lucas und Bettina Gastfreundlichkeit und Genusserlebnis pur. Jeder Gang begeisterte und überraschte zugleich. Wunderbar arrangiert und zelebriert in ruhiger, harmonischer Atmosphäre. Schöner geht’s kaum, ausser Hansruedi öffnet noch solche Weine dazu.
Alte Pauillac. Der Titel war Programm! René Gabriel lud zur Raritätenprobe ins gemütliche Waldheim nach Risch. Zwei Dutzend edle Pauillac aus allen Epochen des 20. Jahrhunderts wurden kredenzt. Alte, ganz alte und uralte… Der älteste Wein war ein 1900er Lafite Rothschild (links im Bild). Lest jetzt meinen Report über den 112jährigen Weingreis, betagte Pauillac Bouteillen und rüstige Cabernet Rentner. Und für jene, welche nichts mit alten Weinen anfangen können, sei verraten: Es gesellte sich auch noch eine 30jährige Beauty mit den Idealmassen 20/20 dazu. So quasi die önologische Spitex Dame im Pauillac Altersheim…
Christian Bock, Geschäftsführer von Vinpark lud zu dieser schönen Probe von 13 Jahrgängen Dominus nach Weggis ins Grape. Dominus, die legendäre Winery gegründet von Bordeaux Tausendsassa Christian Moueix. Für mich immer einer der „französischten Napa Weine“ überhaupt. Die neusten Jahrgänge sind, nach einer wahrscheinlich selektionsbedingten Schwächephase gegen Ende der 90er Jahre, wieder sehr gross. Die meisten Jahrgänge sind noch im Handel zwischen Fr. 100 – 250.- pro Flasche erhältlich. Auf dem Bild: 13 x Christian: Organisatoren Christian Hesse und Christian Bock, zusammen mit 11 Dominus von Christian Moueix.
Jan Martel und sein Team von Martel AG St. Gallen luden zu diesem grossartigen Tasting. Doug und Anette Shafer kamen extra aus Kalifornien um ihren Lieblingswein zu präsentieren. Ein Abend ganz im Zeichen ihres Flaggschiffs „Hillside Select“. Einer der aktuell besten und höchst bewerteten Napa Cabs. Mein Report über eine eindrückliche Vertikale von 1990 – 2006 mit vielen Höchstnoten.
Robert Parkers Website gab heute zeitweise ihren Geist auf. Ein unrühmliches Zeichen dafür, dass die definitiven 2009er Bewertungen online sind. Der Jahrgang ging mir eigentlich von Anfang an ziemlich am Allerwertesten vorbei. Um 2009er Bordeaux zu kaufen, braucht man viel Geld und viel Geduld. Da mir beides fehlt, besorge ich mir lieber ältere tolle Weine, welche mich jetzt begeistern. Siehe dazu im Archiv meine alternativen Kauftipps: Lynch Baschi’s Bordeaux 2009 Generika Liste. Wer sich trotzdem mit 2009ern eingedeckt hat, kann jetzt prüfen, ob er wohl den Jackpot getroffen hat, und vielleicht so was exotisches wie 2009 Clos Fourtet geordert hat. Wie auch immer, ich denke nicht, dass im momentan letargischen Bordeaux Markt noch viel preislicher Spielraum nach oben offen ist.
