Christian Bock, Geschäftsführer von Vinpark lud zu dieser schönen Probe von 13 Jahrgängen Dominus nach Weggis ins Grape. Dominus, die legendäre Winery gegründet von Bordeaux Tausendsassa Christian Moueix. Für mich immer einer der „französischten Napa Weine“ überhaupt. Die neusten Jahrgänge sind, nach einer wahrscheinlich selektionsbedingten Schwächephase gegen Ende der 90er Jahre, wieder sehr gross. Die meisten Jahrgänge sind noch im Handel zwischen Fr. 100 – 250.- pro Flasche erhältlich. Auf dem Bild: 13 x Christian: Organisatoren Christian Hesse und Christian Bock, zusammen mit 11 Dominus von Christian Moueix.
Jan Martel und sein Team von Martel AG St. Gallen luden zu diesem grossartigen Tasting. Doug und Anette Shafer kamen extra aus Kalifornien um ihren Lieblingswein zu präsentieren. Ein Abend ganz im Zeichen ihres Flaggschiffs „Hillside Select“. Einer der aktuell besten und höchst bewerteten Napa Cabs. Mein Report über eine eindrückliche Vertikale von 1990 – 2006 mit vielen Höchstnoten.
Robert Parkers Website gab heute zeitweise ihren Geist auf. Ein unrühmliches Zeichen dafür, dass die definitiven 2009er Bewertungen online sind. Der Jahrgang ging mir eigentlich von Anfang an ziemlich am Allerwertesten vorbei. Um 2009er Bordeaux zu kaufen, braucht man viel Geld und viel Geduld. Da mir beides fehlt, besorge ich mir lieber ältere tolle Weine, welche mich jetzt begeistern. Siehe dazu im Archiv meine alternativen Kauftipps: Lynch Baschi’s Bordeaux 2009 Generika Liste. Wer sich trotzdem mit 2009ern eingedeckt hat, kann jetzt prüfen, ob er wohl den Jackpot getroffen hat, und vielleicht so was exotisches wie 2009 Clos Fourtet geordert hat. Wie auch immer, ich denke nicht, dass im momentan letargischen Bordeaux Markt noch viel preislicher Spielraum nach oben offen ist.
Wie immer zum Jahresende gibt es meine persönliche Bestenliste. Alle Weine, welche ich in den letzten 12 Monaten mit der Maximalnote von 20 Punkten bewertet habe. Wertvoller als Punkte und Beschreibungen sind für mich aber immer die unvergesslichen Momente, die tollen Events und wunderbaren Begegnungen um diese Weine herum. Also Vorhang auf für
„Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon war“. An diesen legendären Spruch von Henry Ford erinnerte ich mich auf der Heimfahrt von dieser samstäglichen Mittags Degustation. Aus zweierlei Hinsicht. Einerseits war es recht schwierig überhaupt 16 Personen für diesen „Cab & Turkey“ Event zu gewinnen. „Silver Oak, naja… nicht gerade das non plus ultra in Kalifornien“, dürfte es da und dort geheissen haben. Hätten wir eine Harlan, Shafer oder Screaming Eagle Vertikale organisiert, wären die Leute dafür Schlange gestanden und hätten ein Mehrfaches dafür bezahlt. Man gönnt sich gerne das was man gern hat und was man kennt. Und wagt sich selten an etwas Neues… Zum zweiten gilt Ford’s Spruch für die Silver Oak Winery generell, und zwar im positiven Sinn. Die Jungs in Oakville ziehen ihr Ding durch. Obwohl der Napa Blend sich in den 90ern etwas geändert hat, bleibt der Stil von Silver Oak beständig und unverkennbar. Etwas kühl vinifiziert, herb, kantig. Und durch den langen Ausbau in amerikanischen Fässern immer etwas „vanillig“ und fast spanisch angehaucht. Winemaker Daniel Baron nennt seine Cabernets „Food friendly Wines“. Diese Aussage wirkt in der modernen Napa Szene eher wie eine Entschuldigung für die traditionelle, etwas rustikale Machart. Man „macht“ es eben, wie es immer gemacht wurde – und dies in jedem Jahr. Oder wie Daniel Baron es nennt: „Beständigkeit ist das Wichtigste“… Dadurch schlagen sich auch die witterungsbedingten Jahrgangsunterschiede voll durch. Wenig kann und will man im Keller korrigieren. Doch Silver Oak ist mit diesem Stil erfolgreich. Sie verkaufen ihre Weine und verfügen über viele Fans um den ganzen Globus. Unter ihnen auch Eugen Haefliger, der diese Vertikale aus seinem eigenen Keller zusammenstellen konnte. Passend zur Jahreszeit zelebrierten wir die 25 Jahrgänge mit einem Thanksgiving Turkey aus der Küche von Werner Tobler.
1963 sassen Tom und Martha May mit Joe Heitz an einem Tisch. Sie besprachen die letzten Details des Verkaufs ihres 15 ha grossen Weinbergs im westlichen Napa Valley, südlich der Stadt Oakville. Die May’s glaubten an das grosse Potential dieses von Eukalyptusbäumen umgebenen, und mit Cabernet Sauvignon bepflanzten Rebbergs. Sie wollten sich aber langsam zur Ruhe setzen und waren überzeugt, dass ihr befreundeter Nachbar, der ambitionierte Joe Heitz mit seiner kürzlich gegründeten Heitz Winery, der richtige neue Besitzer ihres „schönen Hügels mit dem ganz besonderen Dreck“ sein sollte. Ganz nebenbei fragte Joe Heitz: „What’s the name of the vineyard?“ Tom May entgegnete ihm: „You have to ask my wife, it’s Martha’s Vineyard…“ Ein magischer Moment – die Geburt einer Legende. Fast 50 Jahre später in der Innerschweiz dann dies…
Ja, ich gebe es zu. Über Rhone Weine schreibe ich sehr selten. Mir fehlt der Zugang, bin kein Syrah Fan und im meinem Keller liegen lediglich ein paar wenige Flaschen. Auch an Best Bottles begegne ich ihnen selten. Doch nun hatte ich Glück und es ergab sich die Gelegenheit, die wahrscheinlich berühmtesten und rarsten Weine von Guigal zu probieren. Nicolas Greinacher (links mit 300 Punkten in den Armen) öffnete an diesem unvergesslichen Abend die ganz grossen Jahrgänge von La Landonne, La Turque und La Mouline. Der Event übertraf alle meine Erwartungen! Ich war und bin noch immer völlig begeistert. Selten habe ich eine solche Fülle von absoluten Weltklasseweinen trinken dürfen. Wann immer Sie können, probieren Sie von diesen Raritäten. Viele Freunde haben kistenweise Bordeaux Premiers im Keller. Tauscht mal eine Flasche Chateau Margaux oder Cheval Blanc gegen einen Guigal La Turque 1989, 1998 oder 1999. Nicht um herauszufinden was besser, rarer oder teurer ist. Es geht darum, dass sich hier völlig neue Genusswelten öffnen. Ich kriege jetzt noch Gänsehaut, wenn ich an diese Weine zurück denke…
Endlich konnte ich nach mehreren Terminkollisionen wieder mal am Kreuz Stamm dabei sein. Einer der vielen Höhepunkte war diesmal eine 1990er Mouton Rothschild. Dem Wein bin ich an diesem Freitag zum siebten mal begegnet. Meine bisherigen Bewertungen liefen auf ein merkwürdiges Unentschieden hinaus. Dreimal 19/20 und dreimal 17/20. Leider gab es auch für die Kreuz Flasche „nur“ 17 Punkte, und der Verdacht erhärtet sich, dass unterschiedliche Flaschen im Umlauf sein müssen. Anlässlich der 1990er Probe vor wenigen Wochen war der Wein wunderschön, jetzt wieder dumpf und unharmonisch. Was Hans Isaak sonst noch öffnete lest ihr hier.