Der Bestbottle Circle, unter der Leitung von Marcello Botti und René Mauchle, lud zur „Freestyle Edition“ in den Ochsen nach Lenzburg. Mitgebracht wurden grossartige Weine, viele Parkerpunkte und ein Exote, der sich ganz weit oben klassierte. Ein toller Kickoff in den Weinherbst!
Kal | 1994 | Dominus | 19.5/20 | trinken – 2030 |
Bor | 1970 | Palmer | 17/20 | austrinken |
Kal | 1978 | Ridge Cabernet Sauvignon York Creek | 19/20 | trinken – 2025 |
Bor | 1993 | Mouton Rothschild | 17.5/20 | trinken – 2025 |
Bei Best Bottles gibt es kein „herantasten“. Hier geht es gleich zur Sache. Glas 1: 1994 Dominus. Ein stiller Riese. Da man in der Startserie und schon gar nicht im ersten Glas ein solch edler Wein erwartet, läuft man Gefahr, ihn fast zu übergehen. Mich faszinierte er von Anfang an. Er beginnt defensiv in der Nase mit milden, süssen schwarzbeerigen Aromen, Bittermandeln, Kokos, Zedern, Tabak und Jute. Enorm rund und elegant strukturiert mit einer fantastischen Länge. Ich war blind (wie auch schon…) bei 1990 Las Cases. Jetzt ist klar, dass ich demnächst die beiden phänomenalen Prachtsweine nebeneinander geniessen will.
1970 Palmer zeigte sich in hellem Granat, mit leicht überreifer Nase. Holz, Tabak und etwas Pilz. Im Gaumen noch präsente Säure, wenig Frucht und leicht metallisch. „Geniessen Sie den Wein innert zwei, drei Jahren nach Abfüllung“ stand auf dem Rücketikette vom 1978 Ridge Cabernet Sauvignon York Creek. Wir tranken ihn nach 35 Jahren und René Mauchle öffnete ihn vier Stunden vor dem Event. Der Wein stand da wie eine Eins. Grant; leicht üppig, droppsiges Bouquet, blau- und schwarzbeerig, etwas Eukalyptus und Teer. Wunderbare, ausgewogene Statur, schöne Tiefe und Länge. Ein bezaubernder US Cab aus einer Epoche, wo noch fast niemand an das Potenzial solcher Weine glaubte. Nicht mal Ridge selber… Neben so viel Charme wirkte der knorrige 1993 Mouton Rothschild etwas blass. Dunkelbeerig, Zedern, Pfeffer und Leder im Bouquet. Hohe Säure und typisch 1993er harsche Tannine. Falls Sie davon noch haben, ist jetzt wieder ein guter Zeitpunkt für einen Verkauf.
Tos | 2004 | Montepeloso Nardo IGT | 18.5/20 | trinken – 2030 |
Tos | 2006 | Ornellaia | 18+/20 | trinken – 2030 |
NZ | 2006 | Destiny Bay Magna Praemia | 19/20 | trinken – 2025 |
Oes | 2004 | Gernot Heinrich Salzberg | 18/20 | trinken – 2030 |
Sehr gut gefiel mir 2004 Montepeloso Nardo. Erstaunlich dunkel für so viel Sangiovese. Blau- und schwarzbeerige, würzige Aromen, Kirschen, Vanille, Torf. Harmonisch, runder Körper. Gut balanciert und gerade noch gut verträglicher Alkoholgehalt. Völlig jugendlich und recht zugenagelt wirkte der tiefdunkle 2006 Ornellaia. Immer noch primärfruchtig, üppig, mit viel Cassis, Kirschen, Lakritze und Toast im Bouquet. Bullig im Körper, modern vinifiziert. Im Moment etwas universell. Um mehr „Ornellaia Typizität“ zu erlangen lohnen sich fünf Jahre weitere Ruhe.
2006 Destiny Bay Magna Praemia, ist ein neuseeländisches Luxus Cuvee aus rund 75% Cabernet Sauvignon, Merlot, Cabernet Franc, Malbec und Petit Verdot. Jährlich werden nur rund 3000 Flaschen abgefüllt. Für einen Cabernet dominanten Wein ist er recht hell. Viel primärfruchtige Aromen, Cassis, Maulbeeren, Erdbeeren, Lakritze, Zitrus, Gewürze und Vanille. Enorm präsente Röstung, obwohl nur 12 Monate im Holz, aber halt zum Teil amerikanische Eiche. Sehr geschmeidig im Gaumen, super Tiefe und elegante Struktur. Wirkt wie ein moderner, grosser Chateauneuf. Auch 2006 Gernot Heinrich Salzberg passte mir sehr gut. Dunkles Purpur; Cassis, Kirschen, Teer und Vanille im Bouquet. Recht pfeffrig im Gaumen, markante Säure und viel Potenzial. Eine ganz solide Sache und keine Eile angesagt.
Kal | 1999 | Joseph Phelps Insignia | 19/20 | trinken – 2030 |
Esp | 2005 | Mauro Terreus | 19+/20 | trinken – 2045 |
Esp | 2004 | Clos Galena | 16.5+/20 | trinken – 2030 |
1999 Joseph Phelps Insignia wird immer besser. Anfänglich etwas üppig hat er sich mit der Zeit verfeinert und entwickelt sich immer mehr Richtung „Phelps Klassiker“. Heute zeigte er sich mit cremig, würziger Nase. Rauch, Zedern, Marroni und defensiver schwarzbeeriger Frucht. Geschliffener Gaumen, tiefe Säure und tolle Länge runden das positive Gesamtbild ab. Ein absolut beindruckender Wein ist 2005 Mauro Terreus. Immer noch viel zu jung und damit ein Anwärter auf die Maximalnote. Dichtes Rubin; Brombeer, Lakritze, Espresso, Zedern. Super konzentriert, mit sagenhafter Tiefe. Druckvoll und trotzdem elegant. Pech für 2004 Clos Galena, dass er direkt neben diesem Monument stand und so noch etwas kümmerlicher wirkte als sonst schon. Pflaumiges Bouquet, Peperoni und Tabak. Mittlere Tiefe und recht aggressive Säure. Wirkt ziemlich oberflächlich universell, aber kann sich in drei bis fünf Jahren noch etwas verfeinern.
Aus | 2001 | Greenock Creek Shiraz Apricot Block | 16.5/20 | austrinken |
Aus | 1999 | Torbreck Run Rig | 18.5/20 | trinken – 2030 |
Aus | 2004 | Torbreck Run Rig | 17/20 | trinken – 2030 |
Kal | 2004 | Colgin IX Syrah Estate | 18/20 | trinken – 2040 |
2001 Greenock Creek Shiraz Apricot Block, mit üppig süsser Nase, aber auch bereits Rosinen und leicht oxydative Spuren. Würzige Aromen, Pfeffer und Teer. Im Gaumen breit, sehr reif und behäbig. So schnell verabschieden sich 99 Parker Punkte und viel Euphorie. Deutlich überzeugender trat da 1999 Torbreck Run Rig auf. Frische scharzbeerige Aromen, Teer, asiatische Gewürze. Gute Struktur, welche den hohen Alkoholwert gut stützt. 2004 Torbreck Run Rig zeigte sich in nicht so guter Phase. Recht üppiges Bouquet, dunkle Beeren, Gewürze, Kamin, Moos und Zitrus. Aber auch etwas grasig-grünes dazwischen. Deutlich breiter und alkoholischer als der 99er. Auch 2004 Colgin IX Syrah Estate, erinnerte mich daran, dass ich am nächsten Tag rasenmähen muss. Grasig, Peperoni, aber auch viel schöne dunkle Beeren und Leder im Bouquet. Geschmeidig im Gaumen, sanfte Tannine und mittlere Länge.
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