Bordeaux gegen Napa. Ein ewiger Wettstreit. Seit dem legendären Paris Tasting 1976 wagten sich schon viele Weinfreaks mit unterschiedlichen Methoden und Erfolgen an dieses Thema. Doch was Robert Langer hier auf die Beine stellte, war schlichtweg genial. Wir haben das Paris Tasting vor ein paar Jahren mal original nachgespielt und auch der BestBottleCircle initiierte ihre Version mit verschiedenen Jahrgängen vor wenigen Monaten. Eine neue Herangehensweise an dieses faszinierende Thema wählte nun unser Münchner Weinfreund und Raritätensammler Robert Langer. Er konzentrierte sich auf vier gleichmässig grosse Jahrgänge aus verschiedenen Jahrzenten. Dabei wählte er die spannenden «Fünfer» Jahre 1975, 1985, 1995 und 2005 aus.
Aus jedem Jahr stellte er je drei Kalifornier und drei Bordeaux an. Aber nicht irgendwelche! Nein, es sollten die jeweilig besten und exklusivsten Tropfen sein. Flaschen, welche bei jedem Weinliebhaber den Puls höherschlagen lassen. Aber eben Weine, die man oftmals nur vom «hören sagen» kennt. Diese vier Serien präsentierte Robert einer illustren Schar von Weinfreunden aus halb Europa im noblen Münchner Königshof. Und als ob das noch nicht genug wäre, stellte der generöse Gastgeber zusätzlich noch in jede Serie einen jahrgangspassenden Piraten. So quasi die Zusatzzahl zum Fünfer. Man rechne nach: 2 Champagner + 3 Sauternes + 12 Kalifornier + 12 Bordeaux + 4 Piraten. Richtig: 33 Weine pro Person… Das kennt man von grossen Proben, doch im Königshof läuft das etwas anders ab. Da gibt’s für jeden Wein ein neues Glas. Und zwar fein säuberlich nummeriert. Also rechnen Sie bitte weiter: 18 Personen x 33 Gläser = 594 Gläser! Diese logistische Meisterleistung schaffte Chef Sommelier Stéphane Thuriot mit Bravour.
Da fällt mir auf: Es gäbe sogar noch eine grössere Zahl um diese Einleitung noch eindrücklicher zu gestallten. Nämlich meine Totalpunktzahl für die Weine dieses Abends… Herzlichen Dank, lieber Robert. Es war eine grosse Ehre an diesem fantastischen, unvergesslichen Abend dabei gewesen zu sein. Solche Gelegenheiten sind so selten wie ein Fünfer mit Zusatzzahl.
Flight 1: 1975
Cal | 1975 | Heitz Cellar Martha’s Vineyard Cabernet Sauvignon, Napa Valley | 18/20 | tr – 2025 |
Cal | 1975 | Joseph Phelps Vineyards Eisele Vineyard Cabernet Sauvignon, Napa Valley | 19/20 | austrinken |
Cal | 1975 | Ridge Vineyards Monte Bello, Santa Cruz Mountains | 16.5/20 | vorbei |
Aus | 1975 | Penfolds Grange | 18.5/20 | austrinken |
Bdx | 1975 | Petrus, Pomerol | 13/20? | vorbei? |
Bdx | 1975 | Chateau La Mission Haut-Brion, Pessac-Leognan | 19.5/20 | tr – 2025 |
Bdx | 1975 | Chateau Latour, Pauillac | 18.5/20 | tr – 2025 |
Da ich den phänomenalen 1975 Heitz Cellar Martha’s Vineyard vom kürzlichen Cab&Turkey Event noch in bester Erinnerung hatte und mit 20/20 bewertete, war klar, dass diese Flasche hier nicht ganz optimal war. Die Nase wirkte defensiver (Minze, Eukalyptus, Lebkuchengewürz, Leder und Stroh. Im Gaumen mittelschwer und nicht den Tiefgang von perfekten Flaschen. Grossartig, klassisch, erdig erlebte ich 1975 Joseph Phelps Vineyards Eisele Vineyard. Old Fashion Cab, wie ich ihn liebe. Sehr reife, rustikale Nase. Immer noch dunke Beeren, Leder, Jod und Gewürze. Wirkt immer noch sehr druckvoll und voluminös im Gaumen. Nicht ganz mithalten konnte da der sehr fortgeschrittene 1975 Ridge Vineyards Monte Bello, mit breitem Schokobouquet, etwas Magenbrot und Lakritze. Im Gaumen immer noch eine schöne Süsse, aber doch recht breit strukturiert.
Heikel ist die Bewertung für 1975 Petrus. Da ich den Wein zum ersten Mal im Glas hatte, muss ich mich auf das Urteil erfahrener Verkoster verlassen, dass es deutlich bessere Varianten gibt. Diese hier war weit über dem Zenit mit zünftig Liebstöckel, Port und Glutamat. Ein Traum dafür 1975 La Mission Haut-Brion. Was für eine Farbe! Was für eine Jugendlichkeit! Dichtes, würziges Bouquet. Leder, Tabak, Malz. Im Gaumen zupackend, kräftig und mit genialer Länge ausgestattet. Zeigt eine verlockend, frische Mineralität. 1975 Latour hatte ich noch nie so gut im Glas. Das war eine perfekte Flasche. Die Nase nobel zurückhaltend, typische Cabernet Würze, etwas Peperoni, Oliven, Schoko und Leder. Muskulöser, rustikaler Körper mit toller Substanz. Es gibt wenig grosse 75er Médoc – aber die beiden hier gehören zur absoluten Spitze.
Der Pirat kam von sehr weit her angesegelt. 1975 Penfolds Grange. Es war eine dankbare Aufgabe, ihn zu erkennen. Dunkelste Farbe der Serie. Würzige Shiraz Aromen, Krischen, Teer, Pfeffer, Leder und Rauch. Deutlich fülliger im Gaumen als alle anderen Weine. Hat sich sehr gut entwickelt im Glas. Es war eine Freude, dieser perfekten Flasche 75er Grange zu begegnen, hatten wir doch an unserer grossen Penfolds Vertikale Pech mit diesem Jahrgang.
Flight 2: 1985
Bdx | 1985 | Petrus, Pomerol | 18/20 | tr – 2025 |
Bdx | 1985 | Chateau Haut-Brion, Pessac-Leognan | 19/20 | tr – 2025 |
Bdx | 1985 | Chateau Latour, Pauillac | 18.5/20 | tr – 2025 |
Tos | 1985 | Tenuta San Guido Sassicaia, Bolgheri | 19.5/20 | tr – 2025 |
Cal | 1985 | Heitz Cellar Martha’s Vineyard Cabernet Sauvignon, Napa Valley | 16.5/20? | tr – 2025 |
Cal | 1985 | Joseph Phelps Vineyards Insignia, Napa Valley | 19/20 | austrinken |
Cal | 1985 | Groth Reserve Cabernet Sauvignon, Napa Valley | 20/20 | austrinken |
1985 ist ein prächtiges Jahr für einen Bordeaux-Kalifornien Vergleich. Wie fantastisch reif sich die eleganten Bordeaux Clarets im Moment zeigen erlebten wir an der spektakulären Back to the Future Probe im Frühling. Und 1985 Napa? Danach halte ich immer Ausschau und kaufe gezielt nach. Ab und zu findet man noch Perlen welche im «Preisschatten» aktueller Jahrgänge stehen, das zeigte sich auch hier in München wieder…
In schöner Trinkphase mit jugendlichem Bouquet (Pflaumen, Mocca, etwas Schoko und Erdbeeren) präsentierte sich 1985 Petrus. Angenehm, zugänglich im Gaumen, leicht mehlige Tannine. Irgendwie wird das frische Bouquet den Wein überleben. Immer ein Erlebnis ist die Begegnung mit dem filigranen 1985 Haut Brion. Wunderbares mineralisches Bouquet. Die Aromen sind immer noch schwarz- und blaubeerig. Etwas Tabak, Leder, Jod und ein Hauch Minze. Grossartig, stimmig zum eleganten Jahrgang. 1985 Latour überraschte mich mit viel Power im Bouquet, laktischen Aromen, etwas grüner Cabernet und tolle Holzunterstützung. Im Gaumen nicht die Dramatik ganz grosser Latour-Jahrgänge, dafür einfach unbeschwerten Trinkgenuss.
Soll ich zu 1985 Heitz Cellar Martha’s Vineyard noch was schreiben? Nein. Denn dazu ist bereits alles gesagt. Wenden wir uns den schönen Dingen des Lebens zu: Zum Beispiel diesem atemberaubendem 1985 Joseph Phelps Insignia. Reifes, süsses, fast opulentes Bouquet für 1985. Die meisten Weine würden damit nicht klarkommen und überladen wirken. Nicht dieser Insignia. Da spürt man die unterstützende Säure, feine Mineralität. Mit Luft immer mehr Gewürze. Perfekt gereift. Die damaligen Insignia (rund 60% Cabernet Sauvignon mit Merlot und Cabernet Franc) wurden zum grossen Teil aus zugekauften Trauben gekeltert und nur ein Jahr in Barriques ausgebaut. Respekt!
Und gleich daneben stand nochmals ein derartiger Traumwein: 1985 Groth Reserve Cabernet Sauvignon. Eine filigrane, hoch elegante Napa Legende. Die Aromen kommen extrem aus der Tiefe und sind immer noch würzig dunkelbeerig. Feine Minzenoten, etwas Eukalyptus, Bittermandeln, Leder, Tabak und Torf. Er verfügt über eine absolut stilsichere Balance, erfrischende Materialität und beeindruckende Länge. Eine Verschmelzung von 1974 Heitz Martha’s Vineyard mit dem 1989 La Mission Haut Brion. Wenn jemand davon hat – ich komme angekrochen…
Weltrekord! Noch nie habe ich einen Piraten entlarft, bevor er eingeschenkt war… Oder auf was würden Sie bind tippen, wenn die Vorgaben lauten: 1985 Cabernet Sauvignon, aber weder aus Napa noch aus Bordeaux, und er müsste in einem Flight wie diesem Stand halten? Eben… 1985 Sassicaia. Sensationelle, junge Farbe. Im Bouquet ein Ausbund an Cassis, Kirschen, Zedern, Trüffel und Erde. Alles ist extrem vital und extrovertiert aufgestellt. Als ob die 30 Jahre völlig «unbeschadet» an dem Wein vorbeigegangen sind. Faszinierend diese Jugendlichkeit!
Flight 3: 1995
Cal | 1995 | Joseph Phelps Vineyards Insignia, Napa Valley | 19/20 | tr – 2030 |
Cal | 1995 | Harlan Estate, Napa Valley | 19.5+/20 | tr – 2030 |
Cal | 1995 | Screaming Eagle Cabernet Sauvignon, Napa Valley | 20/20 | tr – 2030 |
Esp | 1995 | Dominio de Pingus, Ribera del Duero | 18.5/20 | tr – 2025 |
Bdx | 1995 | Petrus, Pomerol | 19+/20 | tr – 2040 |
Bdx | 1995 | Chateau Haut-Brion, Pessac-Leognan | -/- | Kork |
Bdx | 1995 | Chateau Latour, Pauillac | 18.5+/20 | 2020 – 50 |
Am Jahrgang 1995 lässt sich die Entwicklungsphasen grosser Weine aus Bordeaux und Napa gut vergleichen. Während sich die Franzosen nach ihrer Fruchtphase verschliessen behalten die Kalifornier ihre Frucht länger, wirken aber in dieser Phase breiter und oftmals üppiger. Sie verschlanken sich erst nach 20 Jahren und befinden sich dann (meines Erachtens) in der optimalen Trinkreife. Es ist schade, dass viele Weine grundsätzlich zu jung hohe Punkte erhalten und dadurch auch viel zu früh genossen werden. Diese 95er Serie zeigte sich extrem gleichmässig auf sehr hohem Niveau. Wie oben erwähnt die Kalis offener, die Franzosen in abwartender Haltung mit enormen Potenzial.
1995 Joseph Phelps Vineyards Insignia strahlt bereits jetzt eine ungemeine Harmonie aus. Viel Stoff im Bouquet, dunkle Beeren, Pfeffer, Rauch und Tee. Ein komplexer, fülliger Wein mit toller Länge (90% Cabernet Sauvignon, 26 Monate neue Barriques). Ja, es ist schon ein Weilchen her, aber ich erinnere mich noch oft an unsere spektakuläre Harlan Probe in Bad Ragaz. Dort habe ich dem 1995 Harlan 19+/20 gegeben. Diesmal kriegt er noch einen Tick mehr und in fünf bis zehn Jahren wird er die Maximalnote erreichen. Das ist ein Riesenteil! Völlig extrovertiert, intensiv dunkebeerig, Mocca, Creme Cassis. Im Gaumen bullig, intensiv. Jung. Der verfügt über eine dermassen Kraft, dass ihm ein paar Jahre noch guttun werden. Darauf kann man beim 1995 Screaming Eagle auch warten, muss man aber nicht. Der Wein ist schlicht weg genial. Bereits bei Beat Spichtigs Probe 2010 gabs die Höchstnote. Edles dunkelbeeriges Bouquet mit feinen Himbeer Zwischentönen, Rauch, Mocca. Alles ist in sehr konzentrierter, cremiger Form vorhanden. Der Wein wirkt äusserst geschliffen und multidimensional elegant. Ein Erlebnis – absolut delikat! In Kürze gibst die ganze Ladung davon….
Ein Riesenwein ist 1995 Petrus. Obwohl er sich in diesem Stadium sehr defensiv präsentiert, zeigt er Grösse und Erhabenheit. Viel Kraft im Innern. Das gleiche gilt für 1995 Latour. Das Bouquet ist noch fast primärfruchtig. Dunkle Beeren, Nuss, Mocca, Zeder, etwas Stroh und Kalk. Dicht komprimierter Körper mit grossartiger Länge. Leider korkte 1995 Haut Brion. Bei der grossen Vertikale des Best Bottle Circles notierte ich: Viel Tabak, Leder und Holz im Bouquet. Die Frucht ist aktuell unterdrückt. Auch im Gaumen scheint er nach wie vor in einer reduktiven Phase. Ein Haut Brion für ganz Geduldige: 18.5+/20
Ob Piraterie dahintersteckte ist bis heute unklar. Bekannt ist nur, dass ein Grossteil der eh schon kleinen Produktion (3000 Flaschen) dieses sagenumwobenen 1995 Pingus auf der Überfahrt nach Amerika im Atlantik versank. Es war Peter Sisseks erster Jahrgang dieses spanischen Kultweins, gekeltert aus 60jährigen Tempranillo Stöcken. Der Wein präsentierte sich reif, konzentriert, leicht alkoholisch. Viel dunkle Beeren, Oliven dezente Holzaromen und Wildfleisch.
Flight 4: 2005
Cal | 2005 | Joseph Phelps Vineyards Insignia, Napa Valley | 19+/20 | 2020 – 45 |
Cal | 2005 | Harlan Estate, Napa Valley | 18.5+/20 | 2020 – 50 |
Cal | 2005 | Screaming Eagle Cabernet Sauvignon, Napa Valley | 19/20 | tr – 2035 |
Arg | 2005 | Bodegas Catena Zapata Cabernet Sauvignon, Agrelo | 18/20 | tr – 2025 |
Bdx | 2005 | Petrus, Pomerol | 19.5+/20 | 2020 – 50 |
Bdx | 2005 | Chateau Haut-Brion, Pessac-Leognan | 19.5+20 | 2020 – 50 |
Bdx | 2005 | Chateau Latour, Pauillac | 19.5+/20 | 2020 – 40 |
Mit dem 2005er Jahrgang befinden wir uns dem önologischen Spielplatz der Weinbabys. Es ist phantastisch, mal so was zu erleben. Einen Blick zu wagen in die Frühphase kommender Weinlegenden. 2005 Joseph Phelps Vineyards Insignia präsentiert sich extrovertiert, stoffig, dicht. Im Gaumen dramatisch dunkelbeerig, süss. Er schafft die Balance und wirkt nicht zu opulent. Deshalb verstehe ich, dass einige Besucher diesen Wein bereits jetzt trinken würden. Aber nur schon die Erfahrung dieses Abends zeigt einmal mehr, was da im Alter alles möglich sein wird. Also warten! Auch beim 2005 Harlan. Voluminöses, dunkles Bouquet. Perfekt reifes Traubengut, intensive Röstung. Primärfruchtig. Dazwischen Himbeernoten, Kaffee, Rauch und dunkle Schokolade. Fein poliert und modern im Gaumen. 2005 Screaming Eagle besticht erneut durch seine Reinheit. Intensives röstiges Bouquet, Bittermandeln. Darunter ein Schwall von Cassis, Pflaumen und Kirschen. Genialer Schmelz, hoch elegante Struktur und atemberaubende Länge.
2005 Petrus zeigt immense, gebündelte Kraft. Dunkle Kirschen, Pflaumen aber auch viel Cassis. Alles wirkt extrem in sich verwoben, komplex und strahlt jetzt schon eine dermassen Harmonie aus. Obwohl sich der Wein noch weit weg von seiner wahren Trinkreife befindet, fällt es schwer, ihn nicht jetzt schon als «Jahrhundertwein» zu bezeichnen. Ein phänomenales Aromenspiel präsentierte auch der nur so von Vitalität strotzende 2005 Haut Brion. Einer der konzentriertesten jungen Haut Brion, die ich je degustiert habe. Füllig, intensiv und äusserst komplex. Unbedingt warten. Das gilt natürlich auch für den monumentalen 2005 Latour, der in der Nase verschlossener wirkt als im Gaumen. Das hat mich überrascht, den einen Latour aus einem ganz grossen Jahr sollte eigentlich in den ersten 20 Jahren kaum zugänglich sein. Wirkt in dieser verlockenden jungen Frühform wie ein Mix zwischen seinem eigenen 1996er und dem 2003er.
Bdx | 1985 | Chateau d’Yquem, Sauternes | 17.5/20 | austrinken |
Bdx | 1975 | Chateau d’Yquem, Sauternes | -/- | |
Bdx | 1945 | Chateau d’Yquem, Sauternes | 20/20 | tr – 2035 |
Zum Schluss das süsse Finalfeuerwerk. 1985 d’Yquem zeigt sich recht opulent mit viel Honig, Malz und Orangeade. Die Säure ist relativ flach und daher recht wirkt er breit. 1975 d’Yquem bin ich schon mal begegnet und hatte ihn deutlich höher (19/20) bewertet. Diese Flasche hinkte etwas der Normalform hinterher. Dumpfe Nase, leicht medizinal und oxydative Spuren. Gigantisch zeigte sich dafür die Sauternes Legende 1945 d’Yquem. Ein Ausbund an Feigen, Orangeade, Jod, Honig, Bisquit, Caramel. Eine beeindruckende Säure begleitet diesen genialen d’Yquem in einen nicht enden wollenden Abgang.
Lieber Sebastian,
im Hinblick auf die Kommentare der drei Koryphäen Achim Becker, René Gabriel und Sie über das Munich Tasting würde mich interessieren, ob immer „nur“ eine Flasche pro Wein und Jahrgang zur Verfügung stand, also alle drei aus der gleichen Flasche ihren Anteil bekamen.
Mit besten Grüssen
Walter Meier
Ja. Alle haben aus der selben Flasche verkostet.
Hut ab vor diesem verrückten Tasting. Noch lieber sind mir aber Berichte über grosse und gleichzeitig bezahlbare Weine. Die Produktionskosten eines grossen Rotweins betragen schliesslich ca. EUR 15.- pro Flasche. Warum dann EUR 1’000.- oder mehr bezahlen?
Das ist die Gretchenfrage, lieber Rainer. Meine Meinung dazu: Ich degustiere nur den Wein, ohne Blick auf das Preisschild. Der Wein kann nichts dafür, dass er so teuer ist. Der Markt (Käufer) bestimmt den Preis ganz alleine. Und glaub mir, die grösste Freude ist es für mich, wenn ich einen Wein blind hoch bewerte und er zahlbar ist. Postizettel!